Das Mariental ÔÇô der Gutspark

Das Tal, unterhalb von Rittergut und Herrenhaus bis zum Eintritt ins Fuchstal mit seinen zum Teil steilen und felsigen Abh├Ąngen und seinen hochgewachsenen Laubb├Ąumen nennt man das Mariental. Es verdient und verdankt den Namen der Pfarrerstochter und Heimatdichterin Mariea Clausnitzer, die in diesem k├╝hlen und schattigen Tal ihre heimatlichen Gedichte geschrieben hat.
Das kleine B├Ąchlein, das es durchflie├čt, hat sein Quellgebiet im Borntal und l├Ąuft durch den Dorfteich, bekommt in den darunter liegenden Grundst├╝cken und dem K├╝chenteich noch Zulauf durch einige Quellen.
Zur Zeit des Rittergutsbesitzers Commerzienrat Karl Sieber war das Mariental ein sch├Ânes gepflegtes eingez├Ąuntes mit B├Ąnken und Fu├čwegen ausgestattetes Grundst├╝ck. (Park) Nach allj├Ąhrlichem Fr├╝hjahrsputz bl├╝h

Rittergut Endsch├╝tze Gruft

ten Blumen und Hecken das ganze Jahr. Angefangen bei den Wildblumen wie Veilchen, Schl├╝sselblumen, M├Ąrzenbecher, Schneegl├Âckchen, Zierblumen und Str├Ąuchern bis zu den sp├Ąten Herbstbl├╝hern.
Unterhalb des Herrenhauses war ein kleiner Teich mit Karpfen und anderen Fischen. Gegen├╝ber ÔÇ×an der KleewandÔÇť, hatte sich Sieber eine Gruft erstellen lassen mit gepflegter Anlage. Karl Sieber und seine Ehefrau Elisabeth geb. Hermann aus Schloss Posterstein sind dort beigesetzt. Im Schatten der hohen B├Ąume eine w├╝rdige Ruhest├Ątte.

Sieber hatte auch in dem Gel├Ąnde 2 Rehe laufen. Die Tiere wurden zus├Ątzlich gef├╝ttert und hatten Schutz in einem kleinen Stall. Durch Blitzschlag wurden die Tiere get├Âtet.

In der oberen H├Ąlfte der Parkanlage hatte Sieber, ÔÇ×zum Gedenken an Mariea ClausnitzerÔÇť, ein kleines Denkmal erstellen lassen, etwa 1/2 bis 2 Meter hoch. Das Denkmal versinnbildlichte ein M├Ądchen, welches auf dem linken Arm eine Sch├╝ssel mit Fr├╝chten hielt, die sie mit der rechten Hand verteilte.
Nach dem 2. Weltkrieg 1945 wurde das Denkmal von jugendlichen Burschen umgeworfen und zerschlagen.

Das Unwetter mit Hochwasser am 24.5.1975, das auch das Mariental mit verw├╝stete, hat die Tr├╝mmer ins Fuchstal abgetrieben. Der untere Teil mit den F├╝├čen bis zu den Knien lag am anderen Tag im M├╝hlgraben. Das war das Ende.

Alle Wanderer und B├╝rger von Endsch├╝tz konnten sich an dieser Anlage erfreuen, wenn sie auf dem Jahrhunderte alten Fu├čweg vom Fuchstal ├╝ber die Kleewand ins Oberdorf liefen oder umgekehrt in den Wald und nach Gro├čdraxdorf usw.
Im Sommer und Winter war das Mariental ein Asyl f├╝r V├Âgel, Eichh├Ârnchen, Kaninchen usw. Was noch bleibt, ist nur noch ein gutes Gedenken.

Soweit die Ausf├╝hrungen von Herrn Heinold, den ich noch aus meiner Zeit in Endsch├╝tz von 1947 bis 1949 kannte und den ich sehr gesch├Ątzt habe.

Erg├Ąnzend dazu noch folgende Anmerkungen:
Im Zeitraum 1947/49 stand die Statue, sie war nach meiner Erinnerung vielleicht 1,5 m hoch, noch dicht an dem erw├Ąhnten kleinen Parkteich auf der Seite zum Haus. In dem hei├čen, trockenen Sommer 1947 konnte man in dem Teich noch baden.

Durch einen Zufall bekam ich 2001 von einem Herrn Groebke aus F├╝rstenau, Bayern, einige Fotos aus dem Jahre 1941, er war in den Sommerferien mit seiner Mutter in Endsch├╝tz, die mit meiner Tante Marie Fricke das Lyzeum in Sondershausen besucht hatte. Unter den Fotos war auch dieses mit der Marienstatue. Sie tr├Ągt allerdings keine Sch├╝ssel mit Fr├╝chten, sondern in der rechten Hand einen Krug, Mir selbst fehlt da eine konkrete Erinnerung.

Albrecht Fricke

(Der Text ├╝ber das Mariental ist dem Unterzeichner etwa Mitte der neunziger Jahre von Herrn G├╝nter Heinold, H├╝term├╝hle, Endsch├╝tz ├╝bergeben worden. Herr Heinold hat diese, seine Erinnerungen noch vor der Wiedervereinigung abgefasst.)

Der Gutspark heute ein Fl├Ąchendenkmal