Historie vom Rittergut Endsch├╝tz

1830 -1840

Das Heutige Herrenhaus ist um 1830 – 40 (?) gebaut worden. Die Wirtschafts-geb├Ąude wahrscheinlich auch um diese Zeit. Die P├Ąchterwohnung und Stall-geb├Ąude k├Ânnten noch sp├Ąter gebaut worden sein. Das Rittergut hatte etwa eine Gr├Â├če von 150 – 160 ha, einschlie├člich Feld, Wiese, Wald und sonstiges Gel├Ąnde. Sieber hat das Gut an einen Herrn Kretschmar verpachtet.

1912 – 1924

1912 – 1924 hat Herr Richard Schneider aus Selka bei Schm├Âlln gepachtet. Schneider war ein t├╝chtiger Bauer und machte damals schon Saatgut Vermehrung. 1924 war die Pachtzeit abgelaufen und Schneider kehrte nach Selka zur├╝ck. (die Arbeiter haben Schneider „aus Dankbarkeit“ alle in Selka besucht .)
Die Tagel├Âhnerin Mine Burkhard aus Endsch├╝tz hatte mit 90 Jahren Herrn Schneider darum gebeten, er m├Âchte ihr erlauben noch Sonnabends den Hof kehren zu lassen. Dieser Wunsch wurde auch eingewilligt. Waren das vielleicht Ausbeuter?

1925 – 1936

G├╝nter Sieber ├╝bernahm dann das Gut von seinen Eltern. Da das Geld in der Inflation verfallen war, verkaufte Sieber den ganzen Waldbesitz ├╝ber der Eisenbahn an die Th├╝ringer Forstverwaltung , zirka 30 – 40 Hektar. Eine ├ťbernahme kostete Geld, vielleicht musste auch das Inventar zur├╝ck gekauft werden. Sp├Ąter wurden noch 8 ha Wiese in Russdorf verkauft und die gesamten Kuchenbergebene. Am Ende war das Gut nur noch knappe 100 ha gro├č.
G├╝nter Sieber war in Berlin Schauspieler und war wenig in Endsch├╝tz, hatte Be-wirtschafter eingesetzt, auch Otto B├╝ttner aus Gro├čdraxdorf hatte sein Gl├╝ck versucht, kehrte aber als sehr armer Mann nach Draxdorf zur├╝ck

1936 – 1939

G├╝nter Sieber verkaufte 1936 an Rudolf Voigt, Junggeselle und Lebemann. 1939 war Voigt wirtschaftlich fertig und verkaufte an den Rittergutsp├Ąchter Erich Fricke in Mosen.

1939 – 1945

Erich Fricke war W├Ąhrend des Krieges nach Endsch├╝tz gezogen und war Hauptmann der Reserve, er bewirtschaftete nun beide G├╝ter bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945.

1945

Nach der Besetzung wurde Fricke von der russischen Besatzungsmacht verhaftet und kam nach langer Zeit sehr ausgehungert wieder.

1945 – 1952

Nach 1945 kam das Mosener Gut mit in die Bodenreform und wurde aufgeteilt in Siedlerstellen. Fricke musste sein gesamtes, Privates totes und lebendes Inventar in Mosen lasse, welches dann an die Siedler verteilt wurde, jeder wollte sich den besten Teil weg nehmen. Gesamtwert rund 100000 Mark nach Preisen von 1945.
Die Wirtschaftsgeb├Ąude wurden zum Teil abgebrochen und ausgebaut zu Siedlerstellen. Das Herrenhaus (Schloss Mosen) wurde auch eingerissen, der Bauer und Fl├╝chtling Arthur Nerlich und sein Sohn Ernst, bauten die Ruine als Siedlerstellen aus.
Die damaligen F├╝hrungskr├Ąfte von Mosen waren von Dummheit geschlagen.
Die Einwohner von Endsch├╝tz wurden schriftlich vom B├╝rgermeister aufgefordert beim Abbruch und Aufbau mit zu helfen, die Arbeitseins├Ątze waren immer Sonnabend und Sonntag.)

1952

Die Ablieferungspflichten auf der Wirtschaft waren sehr gro├č und Fricke hatte gro├če Schwierigkeiten das Ablieferungszoll zu erf├╝llen wie auch die anderen Bauern.
Aber weil es ein gro├čer Betrieb war, wurde ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Bauerneinsperren war an der Tagesordnung und die Wirtschaftslage f├╝r Fricke wurde immer Kritischer, es blieb ihn keine andere Wahl mit seiner Frau und Sohn im Herbst 1952 (am Totensonntag) nach West-Berlin zu fl├╝chten.

1953-1954

Von 1953 – 1954 war Das Rittergut ein ├Ârtlicher Betrieb. Der eingesetzte Verwalter war aber nicht in der Lage die Wirtschaft in den Griff zu bekommen.

1955-1969

So wurde das Gut von 1955 – 1969 vom Volksgut Meilitz mit bewirtschaftet.

1970-1990

Ab 1970 wurde dann die Fasanerie ins Leben gerufen. Einen kleinen Teil der Grundst├╝cke behielt die Fasanerie, einen Teil der Ortsbau (Zager und Kuchenberge) und der Rest wurde sp├Ąter von der LPG Pflanzenproduktion mit bewirtschaft.

Das ist erst einmal das Ende eines Jahrhunderte alten Begriffes … Rittergut.

Hier m├Âchte ich ein paar Bilder und Postkarten von Endsch├╝tz und Umgebung zeigen, welche aus den l├Ąngst vergangenen Zeiten stammen.