Susann im Wunderland: Rechtsstreit wegen Grundsteuer auf Denkmal in EndschĂŒtz

06. November 2013 / 11:10 Uhr
Wie eine Frau im Landkreis Greiz ihr ganzes Dasein an ein altes Gehöft hĂ€ngt. Statt Hilfe beim Denkmalschutz prĂ€sentiert die Gemeinde ihr nun eine Grundsteuer-Forderung. mehr…

Terrassenzimmer restauriert

Bauarbeiten im Rittergut EndschĂŒtz

von Katja Schmnidtke, 2010

EndschĂŒtz. „Eigentlich hatten wir den ganzen Winter nur mit Heizen zu tun“, fasst Susann Schmidt die vergangenen Monate zusammen. Das EndschĂŒtzer Rittergut ist beim Frost dieses Winters stark ausgekĂŒhlt, Wasserleitungen sind jedoch glĂŒcklicherweise nicht eingefroren.
Teils habe man die RĂ€ume aber nur auf zehn Grad erwĂ€rmen können. Trotzdem hat die Rittergutsbesitzerin in diesem Winter wieder eine Baustelle abschließen können.
Das Terrassenzimmer im Obergeschoss des Herrenhauses ist saniert worden. Zwei Monate lang haben zwei BeschĂ€ftigte der Gesellschaft fĂŒr Arbeit- und Wirtschaftsförderung (GFAW) und Maria Florenz, die im Rittergut ihr freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, an Decke, WĂ€nden und Boden gearbeitet. UnterstĂŒtzung hat sich der Verein von Elektrikern, Zimmerleuten und Malern geholt. Eng sei auch die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege.
„Die Kabel hingen lose von der Decke, der Raum war nass“, schildert Schmidt, warum sie sich auf der großen Baustelle Rittergut ausgerechnet das Terrassenzimmer vorgenommen hat. BestĂ€rkt in dieser Entscheidung habe sie auch das BĂŒro fĂŒr Bauforschung in Silbitz, mit dem Schmidt seit Jahren zusammenarbeitet. Sie legen ebenso wie die Bauherrin Wert auf biologische Materialien. „die WĂ€nde haben wir mit Kalkputz und Kalkfarbe bearbeitet“, lobt Schmidt die Arbeit von Ronald Hempel. FĂŒr die Stuckarbeiten – Putten und Mohn deuten auf die frĂŒhere Nutzung als Schlafzimmer hin – bekam sie eine Förderung. Die Arbeitskraft von Sylvia Weihrauch und Marco Thiele von der GFAW ist aus Mitteln des EuropĂ€ischen Sozialfonds finanziert worden. Alle ĂŒbrigen Arbeiten und Materialien hat die Bauherrin selbst bezahlt.
Viel zu tun gab es auch am Fußboden. Wegen einer undichten TĂŒr zur Terrasse waren ĂŒber die Jahre Schnee und Wasser in das Zimmer gelaufen. Die nĂ€sse hatte FĂ€ulnisschĂ€den hinterlassen. Die Planken sind abgenommen und die darunterliegenden Balken begutachtet worden. Sie wurden nun erneuert. „Wir haben damit den Schaden behoben, aber nicht die Ursache“, ist sich Schmidt bewusst, dass in Zukunft Terrasse und TĂŒr ausgebessert werden mĂŒssen. Damit bis dahin so wenig NĂ€sse wie möglich eindringt, soll zumindest im Winter regelmĂ€ĂŸig Schnee auf dem Balkon geschippt werden.
Außerdem wurde kĂŒrzlich noch ein Schornsteinkopf ausgebessert. DafĂŒr gab es finanzielle UnterstĂŒtzung vom Denkmalschutz. Das Terrassenzimmer aber sei die grĂ¶ĂŸte und schwierigste Baustelle in diesem Winter gewesen, so Schmidt. Was sie als nĂ€chstes anpackt, das sei noch nicht klar, sagt sie.

Zeitungsartikel zum Weihnachtsmarkt 2008

Zeitungsartikel zum Weihnachtsmarkt 2008

 

Dem ehemaligen Rittergut wird wieder Leben eingehaucht

ĂŒber 650 Besucher zum Sommerfest im EndschĂŒtzer Rittergut

von Volkmar Fischer

EndschĂŒtz
Die Besucher des 2. Sommerfestes im Rittergut EndschĂŒtz am vergangenen Sonnabend und Sonntag hatten das GefĂŒhl, in einem Garten Eden zu lustwandeln. Man konnte im CafĂ© im GrĂŒnen -mit einem Klavier auf der Wiese-, am runden Blumenbeet oder beim Spaziergang durch den herrschaftlichen Gutspark ins Mariental und zum Fuchsbach die Seele baumeln lassen und Natur pur genießen. Im Mariental können sich die SpaziergĂ€nger und Wanderer ĂŒber eine neue HolzbrĂŒcke freuen, die GĂ€rtnermeister Andreas Ham, Mitglied des Vereins Rittergut EndschĂŒtz e.V. fachmĂ€nnisch gezimmert hat. Dem ehemaligen Rittergut wird wieder Leben eingehaucht[/caption]Wie fĂŒr alle acht Vereinsmitglieder ist es auch fĂŒr ihn Ehrensache, in FeierabendtĂ€tigkeit das Seinige zu tun, um das ehemalige Rittergut als Kulturdenkmal zu erhalten und ihm wieder Leben einzuhauchen. Und dabei werden sie von vielen Förderern und Sponsoren aus den Freundes- und Bekanntenkreis unterstĂŒtzt, denen eben falls daran gelegen ist, das Rittergut aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, wie die „Herrin vom Rittergut EndschĂŒtz“ Susann Schmidt, auch wĂ€hrend der Vorbereitung und DurchfĂŒhrung der beiden Festtage am Wochenende voller Freude und Genugtuung feststellen konnte.

( Quelle OTZ 29.04.2004)

Langsam und Schritt fĂŒr Schritt Geschichte freilegen

EndschĂŒtz. „Ich bin Gast in diesem Haus und nachfolgende Generationen werden die gleiche Freude und Arbeit am Rittergut haben – es ist ein StĂŒck Geschichte“, sagt Susann Schmidt und freut sich ĂŒber den BaulĂ€rm im EndschĂŒtzer Rittergut. Seit letztem Jahr ist sie EigentĂŒmerin des drei Hektar großen GelĂ€ndes samt heruntergekommenem Herrenhaus und NebengebĂ€uden. Und nachdem sie monatelang allein und mit Freunden in Hof und Haus geschuftet hatte, ist nun VerstĂ€rkung am Werke.
„Zwei Helfer auf Basis von Ein-Euro-Jobs des naterger-Vereins reißen die ZwischenwĂ€nde ein, die nicht ursprĂŒnglich in das 200 Jahre alte Haus gehören“, erklĂ€rt die Wahl-EndschĂŒtzerin. Dabei fördern sie erstaunliches zutage. Offenbar sei das ehemalige Speisezimmer viel grĂ¶ĂŸer gewesen als angenommen, verweist Peter Röhlig auf die Strukturen bei der Freilegung des Holzbodens. Die Hilfe der Bauarbeiter war lang ersehnt. Förderung gab es sonst nicht. Die Floristin steckt jeden Cent in die Restaurierung des Rittergutes, dem sie sich mit Haut und Haaren verschrieben hat. Ein Fass ohne Boden. Finanzspritzen von Sponsoren oder staatlichen Stellen fehlen und allein mit der UnterstĂŒtzung durch die Mitstreiter des Rittergut EndschĂŒtz e.V. geht die Arbeit nur langsam voran.
Dennoch. Die Bilanz fĂŒr das letzte Jahr kann sich sehen lassen. Inzwischen ist der Ausstellungsraum im Erdgeschoss samt großem Kamin freigelegt, hergerichtet und auch schon fĂŒr eine kleine Ausstellung genutzt worden. „Das Haus soll einmal BegegnungsstĂ€tte sein“, betont Vereinsvorsitzende Susann Schmidt ihr uneigennĂŒtziges Ziel. Daneben betreibt sie in zwei RĂ€umen eine kleine Floristenwerkstatt, die sich der Blumen und KrĂ€uter im Garten und umliegendem Park bedienen soll. Aber auch dort ist noch viel zu tun.
Derzeit arbeite sie mit Freunden an der SĂ€uberung des Teiches. Jahrelang sei nicht entschlĂ€mmt worden. Nun stehen zwei FörderbĂ€nder und helfen beim Transport des Schlammholzes. Die Mauer zum Teich ist mit Originalsteinen aufgebaut worden. FĂŒr den letzten Weihnachtsmarkt konnte die Tenne in der Scheune hergerichtet werden. Wie eine gemĂŒtliche Gaststube wirkt der Raum unter dem alten HolzgebĂ€lk.
Und auch fĂŒr dieses Jahr sind PlĂ€ne geschmiedet. Im MĂ€rz werden Studenten der BauhausuniversitĂ€t das Gut vermessen und an der Chronik arbeiten. Workshops und KrĂ€uterkurse sollen Menschen nach EndschĂŒtz locken – ebenso wie die bewĂ€hrten Feste im April und Juli.
„Der Winter ist hart hier“, weiß die Gutsherrin, der manchmal das Brennholz ausgeht. „Ich freue mich auf den FrĂŒhling`, gesteht sie. Und schon jetzt kann man die kommende Pracht auf dem EndschĂŒtzer Gut erahnen – und die Arbeit fast vergessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

( Quelle OTZ 18-1-2005)

Rittergut vier Tage HeimstĂ€tte fĂŒr KreativitĂ€t und Zusammensein

Was Frauengruppe in EndschĂŒtz zum Thema „Metamorphose an Textilien“ in Szene setzen – FĂŒr jedermann nun zu betrachten

von Erika Baumann

EndschĂŒtz
„Metamorphose an Textilien“ heißt etwa trocken das Thema des Symposiums, das acht Frauen aus Jena, Weimar und Weida seit Montag vereint. Doch die stilvolle AtmosphĂ€re des alten EndschĂŒtzer Rittergutes und sein natĂŒrliches und wunderschönes Umfeld sorgten fĂŒr ein höchst lebendiges Symposium, das die kleine Gruppe immer wieder kreativ inspirierte.

Das Arbeitstreffen, das am Montag begann und heute endet, war eine Veranstaltung des Vereins „Kunst und Kultur im Rittergut“, seine liebenswĂŒrdige Gastgeberin Hausherrin Susann Schmidt. Sie hatte die Idee fĂŒr ein solches gemeinsames Arbeiten, lud die Teilnehmer ein, allesamt in Beruf und Familie gestandene Frauen von ĂŒber 30 bis fast 70, die eine Leidenschaft vereint: der kĂŒnstlerische Umgang und die BeschĂ€ftigung vor allem mit Textilien und deren Wandel in der Natur.
So wurde auf Leinwand gemalt, Stoffe mit Pflanzen gefĂ€rbt. genĂ€ht, Installationen mit Stoffen gestaltet und es entstanden Collagen, fĂŒr die verschiedenste Materialien eingesetzt wurden und eine Symposie von Haus und Natur darstellen. Und das alles an einem idyllischen, ruhigen Ort fernab vom StadtlĂ€rm und Familientrubel, an dem die Frauen ihre individuelle KreativitĂ€t ausleben konnten, sich in ihrem Schaffen der Weite und dem UrsprĂŒnglichen der GebĂ€ude und der Natur inspirieren ließen und voneinander lernten. Die GebĂ€ude wĂŒrden nicht „Totsaniert“ und gerade die ausgeĂŒbte Naturfloristik von Susann Schmidt, deren Ideen ĂŒberall im Rittergut und GelĂ€nde grĂŒĂŸen, reizten zur kĂŒnstlerischen Auseinandersetzung, lobte die Gruppe, Sabine Brodowsko, freischaffende KĂŒnstlerin aus Jena, wartet mit drei Filzarbeiten auf. Bei ihrer Arbeit mit Seife und Wolle will die Jenaer Textilgestalterin Marlies Mönning sehen, wie sich die gefĂ€rbten Stoffe verĂ€ndern, z.B. durch Sonne und Wind. Pflanzen der EndschĂŒtzer Umgebung wie u.a. die gelbblĂŒhenden RapsflĂ€chen, spielen bei der Collage von Textilgestalterin Gerlinde Corcek, Krippenerzieherin in Jena, die die RudolstĂ€dter Kunstakademie besuchte, befasste sich bei ihrer Patchwork-Qilt-Arbeit mit Materialien wie Ästen und Draht, die sie am Rittergut fand. Die weiße Fahne an der Heimatstube gestaltete die Jenaerin Bauingenieurin Katrin Knape. „Augenblicke“ nennen sie ihr Werk und will beobachten, wie sich Textilien und der verarbeitete Draht verĂ€ndert. An Wandbildern in Acryl auf Leinwand arbeitete Kunsterzieherin Rita MĂŒller aus Jena, mit 68 Jahren noch voller Inspiration und Kraft. Auch Susann Schmidt hat sie gemalt., „weil sie so eine starke Frau ist“. Die Ingenieurin Uta Diener aus Weida hat Malen zu Ihrem Hobby gemacht. Sie arbeitete u.a. an Zeichnungen in Rottönen, in denen sich auch der Rittergut-Kamin wiederfindet.
Alle Arbeiten sind Schenkungen an das Rittergut, die jederzeit auch besichtigt werden können. Auch zum Sommerfest am 10. und 11. Juni mit Handwerkermarkt, Puppenspiel, alter Musik.

( Quelle OTZ 14.06.2005)

Rittergut erwacht aus Dornröschenschlaf

Auch zum Tag des offenen Denkmals geöffnet

EndschĂŒtz (OTZ/fi).
Buntes Markttreiben auf dem GelĂ€nde des Rittergutes EndschĂŒtz, eine Kunstausstellung im Herrenhaus, Klaviermusik, FĂŒhrungen durch den Herrlichen Park und das Herrenhaus mit dem Kaminzimmer sind nur einige der vielfĂ€ltigen Programmangebote von Susann Schmidt, der Hausherrin vom Rittergut EndschĂŒtz, fĂŒr den Tag des offenen Denkmals am 11. September.
Da sind wie fast tĂ€glich alle TĂŒren und Tore von 11 bis 18 Uhr weit geöffnet. Aber auch schon tags zuvor, am Sonnabend, 10. September, ist von 13 bis 18 Uhr Gelegenheit, ins bunte Treiben auf das GelĂ€nde mit Vierseitenhofcharakter einzutauchen. Wer in der Vergangenheit das Rittergut mit seinem WiesencafĂ© und dem angrenzenden lauschigen Mariental schon einmal kennen gelernt hat, wird sicherlich staunen ĂŒber die VerĂ€nderungen, die auf den ersten Blick kaum ins Auge fallen. Das heißt, eine Neuerung ist schon bei der AnnĂ€herung ins Herrenhaus auffĂ€llig: die neuen FensterlĂ€den. Sie hat Thomas Schulze aus WĂŒnschendorf liebevoll restauriert. Frank Zerwenka, Maler aus Gera, hat als Mitglied des Fördervereins seine handwerklichen Fertigkeiten bei der stilvollen Sanierung des Hausflures im historischen Ambiente eingebracht. Überhaupt hĂ€lt sich Susann Schmidt mit ihrem Anteil, den sie geleistet hat, um das Rittergut wieder zum Leben zu erwecken, sehr zurĂŒck. Sei es die Freilegung des Kamins oder die Restaurierung der WirtschaftsgebĂ€ude oder die Pflege des Gartens – Susann Schmidt kann gar viele Namen all derer aufzĂ€hlen, die das Rittergut aus dem Dornröschenschlaf erwecken und der Öffentlichkeit zugĂ€nglich machen.

Das alte Rittergut EndschĂŒtz soll eine StĂ€tte der Begegnung werden

Susann Schmidt hat viel vor und hofft auf tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung

von JĂŒrgen Kante

EndschĂŒtz
Nur noch eine FormalitĂ€t muss erledigt werden, sagt Susann Schmidt, dann ist der gemeinnĂŒtzige Rittergut e.V. EndschĂŒtz auch amtlich in Papier und TĂŒten. Dann hat die Ex-Geraerin wieder einen Schritt auf einem Weg geschafft, den sie vor einem Jahr in Angriff nahm und dessen Ende heute noch gar nicht abzusehen ist: aus dem alten Herrenhaus und zwei NebengebĂ€uden sowie drei der ehemals 150 Ritterguts-Hektar nicht nur ein Zuhause fĂŒr sich und die 16-jĂ€hrige Tochter Anna-Maria zu machen. Sondern auch eine BegegnungsstĂ€tte mit offenen TĂŒren, mit Kunst und Kultur in geschĂ€ftstrĂ€chtigem GemĂ€uer.
Es braucht eine Menge Fantasie, des zu DDR-Zeit als Fasanerie genutzten und seit der Wende weitgehend leerstehenden Anwesens vorzustellen. Dabei hat die gelernte Erzieherin die Autodidaktin mit ihrer Naturfloristik den Sprung in die SelbststĂ€ndigkeit wagte, dank UnterstĂŒtzung der Nachbarn und guten Freunden schon einiges in Ordnung gebracht. Hubert Birnstiel, gelernter Ofenbauer, sorgte dafĂŒr, dass das verwahrloste Herrenhaus wieder zu beheizen ist. Wasseranschluss gabÂŽs erst auch nicht. Jetzt ist einiges behutsam rĂŒckgebaut („So alte HĂ€user heben schließlich eine Seele“), die Zufahrt wurde mit Hilfe der Langenberger GĂ€rtnerei Hamm zur „Lindenstraße“…
Die muss ein bisschen verrĂŒckt sein, mag mancher gedacht haben. Vermutet Susann Schmidt. Und ahnt auch AnfangsĂ€ngste der Eingesessenen, nun könnten die Tore zu gemacht, der Weg durch den Gutspark im Mariental versperrt werden. Ganz im Gegenteil: Sie will Leben im Rittergut. Pferdestall und Wiese sind an den Familienbetrieb Heinhold verpachtet. Eine Holzbauwerkstatt ist im Entstehen. Und noch genug Platz fĂŒr andere handwerklich begabte, aber auch wie sie idealistisch veranlagte Mitstreiter und -bewohner.
Vor allem aber will Susann Schmidt auch die EndschĂŒtzer selbst gewinnen, sich fĂŒr das einstige Zentrum ihrer Gemeinde zu interessieren und zu engagieren. Im Juni wird es deshalb ein Sommerfest im Rittergut geben, zum Denkmaltag im Herbst einen Tag der offenen TĂŒr. DafĂŒr kommen 500 Euro Kulturförderung vom Kreis fĂŒr den Ritterguts-Verein sehr recht, freut sich die „Gutsherrin“ und Vereinsvorsitzende. In dieser Eigenschaft ist sie ĂŒber Tel.: (036603) 7 14 37 oder direkt vor Ort fĂŒr Mitmach-Willige oder Sponsoren jederzeit ansprechbar.
(Quelle OTZ 07.12.2005 )

Eine Oase im Alltagsgetriebe

Rittergut EndschĂŒtz mehr als ein Geheimtipp

EndschĂŒtz (OTZ/-um-). Als Geheimtipp durfte man bis vor kurzem das Rittergut EndschĂŒtz noch bezeichnen. SpĂ€testens seit dem FrĂŒhlingsfest am vorigen Wochenende ist klar, dass das weitlĂ€ufige GelĂ€nde mit dem ca. 130 Jahre alten Herrenhaus sich als Ausflugziel herumgesprochen und seine Liebhaber gefunden hat. Den Alltag hinter sich zu lassen, in eine andere Welt hineinzutauchen, diese Aussicht erfĂŒllt sich im EndschĂŒtzer Kleinod. Das einmalige Ambiente des Rittergutes verfehlte einmal mehr seine magische Anziehungskraft nicht. Röhrendetscher, Zaubereis, Steinkleewein, Löwenzahnsalat – das sind kulinarische SpezialitĂ€ten, die sonst wohl kaum auf einer Speisekarte zu finden sind. In der lĂ€ndlichen Idylle können die Besucher Handwerker und KĂŒnstler bei ihrer Arbeit beobachten – die Malerin wie den Korbmacher. Und es gab allerlei nostalgisch Anmutendes, wie Kernseife und hausgemachten Senf. Susann Schmidt die Herrin vom Rittergut lebt seit vier Jahren als selbststĂ€ndige Floristin hier. Der Hof hat eine Seele, schwĂ€rmt sie und streichelt diese Seele. „Ich habe nicht den Anspruch, fertig zu werden mit dem Rittergut“, blickt sie auf die vielfĂ€ltigen baulichen Herausforderungen. Der Lehrstand war Gift fĂŒr den Hof, sieht sie sich in der Mission, Schadensbegrenzung zu betreiben. Es ist wohltuende Behutsamkeit, die Susann Schmidt dem Rittergut angedeihen lĂ€sst – und das so seine IdentitĂ€t bewahrt. Vor etwa 150 Jahren entstand das Herrenhaus, ergaben die Erkundungen. Aus der gleichen Zeit stammt wohl auch das WirtschaftsgebĂ€ude. Mit Wald und Wiesen hatte das Rittergut wahrscheinlich eine GrĂ¶ĂŸe von an die 160 Hektar. Nach dem zweiten Weltkrieg fanden an Wochenenden ArbeitseinsĂ€tze statt, zu denen der damalige BĂŒrgermeister aufrief, um Teile des Rittergutes abzureißen
 Das alles vollendete sich nicht, so dass historische Substanz erhalten geblieben ist, um Schritt fĂŒr Schritt das Anwesen zu bewahren. Die Besucher des FrĂŒhlingsfestes am Wochenende wussten es zu schĂ€tzen, ist fĂŒr viele doch das Rittergut zu einer Oase im Alltagsgetriebe geworden.